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100 Jahre Eichenkreuz-Sportarbeit

Im Jahr 2021 besteht die CVJM-Sportarbeit 100 Jahre. Dies ist Anlass auf die Geschichte der Eichenkreuz-Arbeit zurückzuschauen.

Mediziner und Theologen erkannten schon 1720 den unverzichtbaren Wert der Leibesübungen für die Erziehung junger Menschen. Die ersten „Treffen“ in den Jünglingsvereinen (die Vorläufer der heutigen CVJM) waren geprägt von Bibelstudium, Gebet, Gesang, Spaziergängen/Wanderungen und Austausch in Lebensfragen. Ab dem Jahr 1816 wurden in ihren Gruppen Leibesübungen angeboten. Es entwickelte sich aber im Laufe der Zeit ein Sportprogramm, um den Körper zu erfrischen. Sport wurde als wichtiger Bestandteil christlichen Lebensstils betrachtet. Seelsorge und Sport sollte miteinander verknüpft werden.

Der YMCA wurde 1844 in London gegründet und schon 1855 wurde in Paris der Weltbund der YMCA ausgerufen. Ihm schlossen sich auch die aus der Erweckungsbewegung hervorgegangenen evang. Jünglingsvereine an. Das Emblem des CVJM-Dreiecks symbolisierte die Einheit des Menschen aus Körper, Geist und Seele. Die Turnbewegung hatte ein ganzheitliches Menschenbild. Auf dieser Grundlage wurde der Sport in die CVJM-Jugendarbeit integriert.

Es wurde viel Wert auf die Ausbildung von Vorturnern gelegt, die dann an den Abenden das Gelernte an Jünglinge weitergaben. In der Zeit zwischen 1900 und 1913 entstanden die meisten Turngruppen. Einige entstanden bereits Anfang der 80er Jahre und dies hauptsächlich im rheinisch-westfälischen Jünglingsbund und im Osten Deutschlands. Die meisten Vereine nutzten öffentliche Turnhallen. Der Jünglingsverein in Elberfeld hatte bereits 1888 eine eigene Turnhalle.

Das erste Bundesturnfest des Westdeutschen Jungmännerbundes fand 1911 in Detmold statt. Das 2. Bundesturnfest war 1912 in Bielefeld. Jeder Wettturner war verpflichtet, an dem Festgottesdienst, dem Festzug und den allgemeinen Freiübungen teilzunehmen. Alle Wettturner durften keinem anderen Turn- oder Sportverein angehören. Als Turnanzug für die allgemeinen Freiübungen wurde weiße Kniehose mit langen schwarzen Strümpfen festgesetzt. Für den Festzug sollten ein schwarzer Hut mit Eichensträußchen getragen werden.

Ab 1890 wuchs die Zahl der Turnabteilungen stetig, sodass sich 1921 alle Turn- und Sportbünde zusammenschlossen und ab 1925 unter der Bezeichnung „Eichenkreuz-Verband für Leibesübungen der Evangelischen Jungmännerbünde Deutschlands“ offiziell auftraten. Die Turner nannten sich „Eichenkreuz-Turner“. Sport wurde fester Bestandteil der Vereinsarbeit.

Diese Arbeit wurde 1934 verboten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Eichenkreuz neu aufgebaut. Das Eichenkreuz wurde nur noch als Abzeichen verwendet. In dieser Umbruchphase reformierte sich das sportliche Angebot in Richtung Mannschaftssportarten, wie Volleyball, Handball und Tischtennis, welche langsam den jahrelangen sportlichen Schwerpunkt des Turnens ablösten. Darüber hinaus hatte der CVJM maßgeblichen Anteil an der Verbreitung des Volleyballsports, der im YMCA entstanden ist, wie im Übrigen auch Basketball. 1955 wurde der Deutsche Volleyball-Verband durch den CVJM gegründet. In dieser Zeit fand Indiaca als neues Mannschaftsspiel Einzug in die Gruppenarbeit des CVJM.

Bundessportfest wurden fester Bestandteil der Eichkreuzarbeit. So führt der CVJM-Westbund das Bundessportfest 1952 in Hagen durch. Dagegen kämpften bei den Eichenkreuz-Meisterschaften die Bünde gegeneinander. Als erste Deutsche Eichenkreuz-Meisterschaft gelten die Sportwettkämpfe 1953 in Kassel. Jeder Bund konnte eine Mannschaft im Basketball, Faustball und Volleyball und eine Eichenkreuzstaffel stellen, dazu Wettkämpfe in den üblichen leichtathletischen Disziplinen. Bei den zweiten Eichenkreuzmeisterschaften 1957 in Wiesbaden wurden auch Wettkämpfe im Schwimmen und Handball angeboten. Ab 1965 wurden die Deutschen-Eichenkreuz-Meisterschaften nicht mehr als Gesamtveranstaltung, sondern nach Sportarten getrennt zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Orten durchgeführt.

1959 wurde die Eichenkreuz-Silbernadel eingeführt, ein „Sportabzeichen“ für Eichenkreuzler, bei dem in einem Dreikampf eine bestimmte Punktzahl erreicht werden musste.

Im Jahr 1963 wurde der CVJM-Westbund Mitglied im Landessportbund NRW. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, dass der Westbund Übungsleiterlehrgänge durchführen konnte. Die ersten Übungsleiterlehrgänge fanden im Jahr 1965 statt. 1965 wurde der CVJM-Westbund auch Mitglied im Deutschen Volleyballverband. Mehrere Mitglieder und Mitarbeiter des Westbundes wurden in den Gremien des Deutschen Volleyballverbandes tätig. So war Heinz Schölling vom CVJM Haspe zeitweise im Vorstand des Deutschen Volleyballverbandes.

Bei den CVJM-Spielen 1997 in Kassel fanden „Trendsportarten“ Berücksichtigung: Inline-Skating mit Halfpipe, Mounteainbike, Geschicklichkeitsfahren, Windsurfen, Kanusport, Streetball, Beach-Volleyball, Klettern, Minihockey, Intercross, Frisbeegolf, Drachensteigen. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: Bewährtes fördern – Neues wagen – andere einladen.

Die Durchdringung des Sports mit dem Evangelium war nicht mehr das Hauptanliegen und Ziel der Sportarbeit, sondern die Befriedigung individueller Bedürfnisse nach sportlicher Betätigung und Erfolgserlebnisse im sportlichen Wettkampf.

Mitte der 50er Jahre kam die Frage nach dem Mädchensport im CVJM auf. Aber erst 1973 wurde die Teilnahme von Mädchen und Frau an Eichenkreuzveranstaltungen möglich. Generell gilt: Sportarbeit gehört zum klassischen Auftrag des CVJM und muss in die CVJM-Arbeit integriert werden.

Eichenkreuz-Sport bekennt sich zur Grundlage der CVJM-Arbeit, wie sie in der Pariser Basis formuliert ist. Er will nicht nur unter seinen Mitgliedern, sondern auch darüber hinaus möglichst viele Menschen erreichen. Pateipolitische, konfessionelle und rassistische Bestrebungen werden nicht geduldet.

Die Sportarbeit tritt dafür ein, dass christliche-ethische Werte höher geachtet werden als sportliche Erfolge, auch wenn dadurch dem eigenen Erfolgsstreben Grenzen gesetzt werden. Die Sportarbeit will Christliche Gemeinschaft bieten, die über die sportliche Gemeinschaft hinausreicht.

(Quelle: Rolf Müller – Die Geschichte des Sports im CVJM.)


Ganz ähnlich entwickelten sich die Sportabteilungen im CVJM Haspe. Anfänglich waren die Turngruppen dominierend. Es gab Männer- und Schülerriegen. Später kamen Frauen- und Mädchengruppen dazu. Die ersten Turnabende fanden auf der Bühne im Vereinsheim statt. Erst später konnten die Turner zur Heubingschule wechseln.

Neben den Turnern fanden sich auch Leichtathleten zusammen. Sie starteten bei den Bundessportfest vom CVJM-Westbund und beim Hasper Straßenstaffellauf. Tischtennisspieler organisierten sich in besonderen Gruppen. Vorrübergehend gab es auch Minihockey.

Mit der Zeit wurden Turnen und Tischtennis aufgegeben. Dafür wurde das Volleyballspiel mit einer Gruppe für Erwachsene und einer für Jugendliche als Mannschaftssport in der Halle Kurze Straße aufgenommen. Heute dominiert eine Mixed-Gruppe bestehend aus Männern und Frauen, die zeitweise an den Stadtmeisterschaften und an externen Turnieren teilnimmt. Seit etwa 20 Jahren wird für gemischte Gruppen auch „Gymnastik und Badminton“ angeboten.